Diese 10 Anzeichen für Alzheimer sollten Sie beachten

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Die Alzheimer-Krankheit – kurz Alzheimer genannt – ist eine degenerative, also abbauende Erkrankung von Nervenzellen des zentralen Nervensystems. Oftmals wird Alzheimer mit Demenz gleichgesetzt, was jedoch nicht korrekt ist. Denn Demenz beschreibt das Hauptsymptom der Alzheimer-Krankheit und ist gekennzeichnet durch die Abnahme der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenzerkrankungen. 

Die Krankheit tritt meistens nach dem 65. Lebensjahr auf und ist bisher nicht heilbar. Deshalb ist es besonders wichtig, die Symptome von Alzheimer zu kennen, um frühzeitig die Lebensqualität der Patienten verbessern zu können. Wir zeigen Ihnen zehn mögliche Warnzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung. Dabei ist es jedoch wichtig zu betonen, dass der Krankheitsverlauf einen individuellen Verlauf hat. Deshalb können die aufgeführten Symptome auch andere Ursachen haben und sollten immer mit einem Arzt besprochen werden.

1. Vergesslichkeit

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Das Hauptsymptom der Alzheimer-Krankheit ist die Demenz. Zu dieser zählt auch die Abnahme der kognitiven Fähigkeiten. Eine gewisse altersbedingte Veränderung dieser Gedächtnisleistungen ist ganz normal. Während vergessene Name oder eine Verabredung später meist wieder erinnert werden, ist dies bei Alzheimer-Betroffenen nicht der Fall. Tritt eine solche Vergesslichkeit regelmäßiger auf, kann dies ein Anzeichen für Alzheimer sein.

Zu den häufigsten Fällen zählt das Vergessen von Gesprächsinhalten, Zeitungsmeldungen oder Terminen. In späteren Stadien kommt es immer häufiger vor, dass Betroffene ihre eigenen Fragen wiederholen, da sie die Antwort darauf bereits wieder vergessen haben. Ein Zeichen für diese Vergesslichkeit kann sein, wenn immer mehr von Notizzetteln Gebrauch gemacht wird. Dieses Vorgehen hilft anfangs, Termine und Erledigungen zu erinnern. Später jedoch können Betroffene meist auch mit den Notizen nichts mehr anfangen. 

2. Verlust von Eigeninitiative und Rückzug aus dem sozialen Leben

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Es ist natürlich ganz normal, dass altersbedingte Persönlichkeitsveränderungen dazu führen, dass beispielsweise bisherige Hobbys als anstrengend empfunden und dadurch aufgegeben werden. Bei einer Alzheimer-Erkrankung hingegen muss man unterscheiden, dass Betroffene möglicherweise gewisse Dinge der sozialen oder sportlichen Aktivitäten schlicht und ergreifend vergessen.

Auf der anderen Seite bemerken jedoch viele Betroffene die Veränderungen der Krankheit an ihnen selbst und verlieren deshalb immer mehr ihre Eigeninitiative. Die Auswirkungen der Demenz verunsichern viele Betroffene in den Anfangsstadien, was sie häufig dazu veranlasst, ihren Hobbys und sozialen Aktivitäten nicht mehr nachzugehen. Dies führt unweigerlich zu einem Rückzug aus dem sozialen Leben, der oftmals auch durch Scham und Angst vor Blamagen erklärt werden kann. 

3. Fehlende zeitliche und räumliche Orientierung

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Mit am schwierigsten zu handhaben ist die wachsende Desorientierung von Alzheimer-Erkrankten sowohl in zeitlicher als in räumlicher Hinsicht. Anfangs ist oftmals nur die innere Uhr betroffen, was bedeutet, dass Tageszeiten nicht mehr richtig eingeschätzt oder Wochentage verwechselt werden. Später kommt es dazu, dass Betroffene beispielsweise vergessen, welcher Monat oder welches Jahr geschrieben wird oder an welchem Tag Weihnachten gefeiert wird.

Ein oftmals noch größeres Problem ist die Abnahme der Fähigkeit zur räumlichen Orientierung. Anfangs ist dies vor allem in unvertrauter Umgebung zu sehen, wenn sich Betroffene im Urlaub beispielsweise den Weg zum Hotel nicht einprägen können. Später hingegen erinnern sich Patienten zum Beispiel nicht mehr an den Weg zu ihrer Wohnung oder finden sich gar in dieser nicht mehr zurecht.

4. Sprachstörungen

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Im Verlauf der Krankheit kommt es immer häufiger auch zu diversen Sprachstörungen bei den Patienten. Anfangs sind es meist nur Schwierigkeiten mit dem Wortschatz, sodass Betroffene Probleme haben sich an Wörter zu erinnern. Diese Wortfindungsstörungen machen sich in der Suche nach den richtigen Wörtern bemerkbar. Die Ausdrucksfähigkeit der Patienten leidet enorm unter diesen Problemen.

Um sich noch verständigen zu können, nutzen Alzheimer-Erkrankte oft Umschreibungen, ähnlich klingende Wörter oder Füllwörter. Da sie sich oft nicht mehr an Wörter oder die Bedeutung von diesen erinnern, helfen Umschreibungen ihnen, ein Stocken innerhalb von Sätzen zu verhindern. Trotzdem ist eine angemessene Konversation in fortgeschrittenen Stadien oft kaum noch möglich, sodass viele Betroffene soziale Kontakte meiden.

5. Mangelnde Hygiene

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Wie bereits angesprochen können Betroffene alltägliche Handlungen im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf nicht mehr alleine durchführen, worunter auch die tägliche Hygiene der Patienten leidet. Dies liegt meist an zwei verschiedenen Gründen. Auf der einen Seite vergessen die Betroffenen, wann sie zuletzt geduscht oder die Zähne geputzt haben. 

Auf der anderen Seite liegt es oft am eigenen Schamgefühl, weshalb viele Patienten auf die eigene Pflege verzichten. Es ist ihnen unangenehm, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Die größte Herausforderung ist für die meisten die Intimpflege, weshalb eine angebotene Unterstützung oft abgelehnt wird. In diesen Fällen ist es sehr wichtig, Strategien zu erarbeiten, um die tägliche Pflege zu erleichtern. 

6. Beeinträchtigtes Urteilsvermögen

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Der Krankheitsverlauf von Alzheimer zeichnet sich durch eine zunehmende Beeinträchtigung des Gedächtnisses aus. Zu Beginn ist meist das Kurzzeitgedächtnis betroffen, später auch Dinge aus dem Langzeitgedächtnis. Je fortgeschrittener die Krankheit, desto mehr ist in diesem Zusammenhang auch das Urteilsvermögen betroffen. Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis werden als aktuell eingestuft oder mit noch vorhandenen aktuellen vermischt.

So kann es vorkommen, dass Betroffene ihre eigenen Kinder als Freunde oder Geschwister einschätzen. Anfängliche Anzeichen dafür sind die falsche Kleiderwahl wie Winterstiefel im Sommer oder der falsche Umgang mit Geld. Daneben ist das Urteilsvermögen oft soweit eingeschränkt, dass andere für die eigenen Fehler verantwortlich gemacht werden.

7. Persönlichkeitsveränderungen

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Persönlichkeitsveränderungen sind mit zunehmender Lebenserfahrung ganz normal. Ein Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung ist es jedoch, wenn diese besonders ausgeprägt ausfallen. Manchmal werden die Erkrankten plötzlich reizbar, ängstlich, misstrauisch oder distanzlos. Zusätzlich zu den angesprochenen Symptomen fällt es den Betroffenen schwerer, Entscheidungen zu fällen.

Häufen sich diese Anzeichen, so muss über verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung nachgedacht werden. Da Betroffene in den meisten Bereichen die richtigen Entscheidungen treffen müssen, sind sie auf eine Betreuung angewiesen. Damit sind Alzheimer-Patienten bei wichtigen Terminen und Entscheidungen nicht alleine. Nur so können Probleme bei der Kleiderwahl und bei Investitionen verhindert werden.

8. Unordnung

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Die bereits erwähnte Vergesslichkeit, das beeinträchtigte Urteilsvermögen und die oftmals fehlende Orientierung führen bei vielen Betroffenen zu einer Unordnung im Haus oder der Wohnung. Dies liegt vor allem daran, dass sie beispielsweise vergessen, wo sie bestimmte Gegenstände zuletzt benutzt oder abgelegt haben. Oder aber sie wissen nicht, wo der angestammte Platz bestimmter Gegenstände ist.

Wäsche im Geschirrspüler, Zahnbürsten im Eisfach oder Lebensmittel im Kleiderschrank sind sehr gute Beispiele dafür, welche Probleme Patienten bei dieser Krankheit haben. Bei Verlust bestimmter Gegenstände machen sie hin und wieder andere dafür verantwortlich und beginnen daher, Dinge zu sammeln und zu verstecken. Da sie sich aber daran nicht mehr erinnern können entsteht diese erwähnte Unordnung. 

9. Sehschwäche

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Alzheimer zeigt sich wie bereits gezeigt nicht nur in den Gedächtnislücken, sondern zum Beispiel auch durch eine Störung der Sehkraft im Verlauf der Krankheit. Das Besondere daran ist, dass die Betroffenen diese Sehschwächen bei normaler Augenfunktion erleiden. Dieser Umstand liegt darin, dass sich Eiweißablagerungen in der Netzhaut und der Augenlinse bilden. Die dadurch entstehende Fehlsichtigkeit kann sich unterschiedlich bemerkbar machen. 

Hin und wieder kommt es zu einer Störung der Farbwahrnehmung beziehungsweise des Kontrastsehens.Während des Krankheitsverlaufs werden die Augen immer weiter beeinträchtigt, was dazu führt, dass Betroffene Gesichter oder Gegenstände nicht mehr erkennen. Die Einschätzung von Distanzen ist ebenfalls oft verschlechtert, wodurch Patienten Gegenstände umwerfen oder daneben greifen. 

10. Veränderung der Trink- und Essgewohnheiten

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Eine Problematik, die mit den anderen Symptomen und Veränderungen während der Alzheimer-Erkrankung einher geht, ist die Veränderung der Trink- und Essgewohnheiten der Betroffenen. Ein Nachlassen des Geschmacksinns ist im Alter ziemlich normal, bei einer Demenz fällt dieses jedoch stärker aus. Gleichzeitig ändert sich jedoch auch das Gefühl für Hunger und Durst.

Zwar sinkt der Energiebedarf mit dem Alter, aber der Bedarf an Nährstoffen bleibt gleich. Um eine ernährungsbedingte Verschlechterung der Demenz zu verhindern, ist es nötig auf eine ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Vergessen ältere Menschen öfter das Essen oder Trinken, klagen über Appetitlosigkeit oder fehlendes Durstgefühl, so können dies Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung sein.